Archiv für die Kategorie „Uncategorized“

Sags mit Marken

Donnerstag, 4. September 2008

Dazu paßt, daß ich kürzlich eine Beschwerde an ein Innenministerium bzgl. eines T5F in einer höchst unerfreulichen und verworrenen Angelegenheit (darüber wird noch zu berichten sein) mit einer Kafka-Marke versehen habe.

[careful with that axe, eugene]

Ein männlicher Briefmark

Donnerstag, 4. September 2008

Gestern nun ist das wundervolle Büchlein, dessen Entstehung man hier nachvollziehen kann, eingetroffen. Es macht glücklich.

Wunderhübsch und passend (dafür schlecht fotografiert) ist auch der Briefmark des sächsischen Dichters, den der Verlag auf die Sendung geklebt hat:

Joachim Ringelnatz: Ein männlicher Briefmark erlebte Was Schönes, bevor er klebte. Er war von einer Prinzessin beleckt. Da war die Liebe in ihm erweckt. Er wollte sie wieder küssen, Da hat er verreisen müssen.

[a saucerful of secrets]

Lesen und lesen lassen

Montag, 1. September 2008

Die Buchhändlerin schreibt jetzt auch.

Brüche

Freitag, 29. August 2008

Eine der Geschichten des 20. Jahrhunderts am Sonnabend, dem 6. September um 19.00 Uhr in der Friedrichshainer Samariterkirche:

Salomea Genin liest aus ihrer noch unveröffentlichten Autobiografie:

„Die Äffin mit dem Känguruhschwanz oder wie ich ein Mensch wurde“

Salomea Genin wurde als Kind polnisch-russischer Juden 1932 in Berlin-Wedding geboren. 1939 flüchtete sie mit ihrer Familie vor den Nationalsozialisten nach Australien.

Ihre Kindheit ist davon bestimmt, daß sie sich schämt, Jüdin zu sein. Sie wurde, wie sie selbst von sich anläßlich ihres 75. Geburtstags sagte, eine jüdische Antisemitin. Mit 12 Jahren trat sie dem
Kommunistischem Jugendverband bei und mit 17 in die Kommunistische Partei Australiens. Diese wurde für sie zur Ersatzfamilie, hier fühlte sie sich wohler als zu Hause.

1954 machte sie sich auf den Weg in die weite Welt und der Suche nach Heimat. Sie ging dorthin, wo sie geboren wurde, nach Berlin. In Ostberlin wollte man sie zunächst nicht. Sie kämpfte 9 Jahre, bis man
sie nach Ostberlin hinein ließ. Hier trat sie in die SED ein. Sie war endlich froh, nichts mehr mit Juden und dem Judentum zu tun haben zu müssen.

Aber sie wurde ständig damit konfrontiert und sie sah sich einer wachsenden Ignoranz in der Hinsicht gegenüber, dass man glaubte genau zu wissen, wie die Schoah abgelaufen war.

8 Jahre später trat sie in die Jüdische Gemeinde ein und fand sich damit ab, Jüdin zu sein.

Es dauerte noch weitere 12 Jahre bis sie erkannte, dass sie in einem Polizeistaat lebt und sie fühlte sich schuldig. Schuldig, weil sie mitgeholfen hat, diesen aufzubauen. 20 Jahre lang hatte sie für die
Stasi gearbeitet. Sie fiel, wie sie sagt, in ein tiefes Loch. Im Mai 1989 hatte sie den Mut, aus der SED auszutreten und wurde danach Mitglied im Neuen Forum.

Gefällt

Donnerstag, 28. August 2008
Baumfällung Krachtstraße/Bahrfeldtstraße

Auf dem wunderbaren baumbestandenen leeren Grundstück Krachtstraße/Ecke Bahrfeldtstraße wurde heute begonnen, die alten hohen Pappeln zu fällen. Das ist schade, es liegt aber eine Fällgenehmigung vor für fünf der Pappeln an der Bahrfeldtstraße (die an der Krachtstraße bleiben also vorerst stehen) und für eine Robinie und einen Ahorn im Garten des alten Hauses Bahrfeldtstraße 2.

Baumfällung Krachtstraße/Bahrfeldtstraße

Klicken macht groß: Kracht-/Ecke Bahrfeldtstraße

Ursache ist die bevorstehende Sanierung des Hauses Bahrfeldtstraße 2 (mal sehen, ob sie es gut hinbekommen oder ob es so richtig schön häßlich wird) und bei der Robinie Einsturzgefahr.

Wie es mit dem Rest der Bäume auf dem Eckgrundstück weitergeht, ist im Moment noch unbekannt, immerhin ist hier ja auch Blockrandbebauung geplant.

Stupide Fleißarbeit

Donnerstag, 28. August 2008

Ich brauchte ein CMS und habe mich letzten Endes für Drupal entschieden. Vorher habe ich dummerweise erst einmal die aktuellen deutschen Sprachdateien für Wordpress 2.6.1 überarbeitet:

[Hier gehts weiter: »]

Erinnerung ist ein Konstrukt

Donnerstag, 14. August 2008

Das ist eine Binsenweisheit. Aber doch immer wieder spannend zu erleben: Bis eben hätte ich schwören können, daß die Geiselnahme von Gladbeck nach der Wende stattgefunden hätte.

Mal machen

Montag, 11. August 2008

Scary: Bei Google Streetview Einbahnstraßen verkehrtrum fahren. Verrückt, daß dabei die scheinbar entgegenkommenden Autos scheinbar rückwärts fahren. Wirkt noch krasser in Tunnels sowie in Ländern mit Linksverkehr, wie z.B. Japan.

~

Auch interessant: 360°-Schleife zum Wechsel von Links- nach Rechtsverkehr an der Grenze zwischen Macao und Festlandchina:


Größere Kartenansicht

Berlin am Mittag

Freitag, 8. August 2008

Ich arbeite in einer der touristischsten Gegenden der Stadt. Mittags ist man als Büromensch in den hiesigen Lokalen recht gern gesehen, denn die Touristen gehen meist erst abends essen. Zwischen Sushi, Edelitaliener, Falafel, Thai, Ayurvedischem Krimskrams und der Theaterkantine, die leider im Moment wegen Ferien geschlossen ist, gibt es noch das letzte Lokal am Platze, das die Wende überlebt hat.

Die Bedienung ist angenehm von hier, man wird deutsch und gut, allerdings sehr reichlich beköstigt und sehr umsorgt. Ich sitze im Freien unter der Markise, es gibt frische Pfifferlinge und es beginnt zu regnen. In der Zeitung steht ein sehr trauriger Briefwechsel. Ein Herr von etwa fünfzig Jahren in weißem Hemd, mit Cordweste, Schiebermütze und Schnurrbart, fragt in starkem französischem Akzent und fehlerfreiem, feinem Deutsch, ob er sich zu mir setzen dürfe.

Er setzt sich in den Regen, sagt, das Wasser sei doch eigentlich recht warm, es würde nur noch die Seife fehlen und zündet sich eine Zigarre an. Die Chefin tritt heraus, küßt und herzt ihn und stellt ein kleines Bier an seinen Platz. Kurz darauf kommt die andere Kellnerin — schnoddrige Berlinerin — und beschwert sich bei mir lauthals über den Gast „an der Drei“, der vorgibt, Photograph zu sein, noch nie eine so schöne Frau mit so schönen Tätowierungen gesehen zu haben und fragt, ob er sie nackt ablichten dürfe.

Ich bin kurz irritiert und weiß nicht, was sie jetzt von mir hören will. Mein Tischnachbar aber schüttelt lächelnd den Kopf, beklagt sich, Tucholsky zitierend, über die Dummheit des Photographen, der doch lieber erst einmal drei oder sechs Monate lang hätte herkommen sollen anstatt gleich direkt zu fragen. Sie scheint tatsächlich ehrlich entrüstet zu sein. Berliner Wutausbrüche – wiewohl ich selbst manchmal dazu neige – finde ich anrührend. Er fragt sie, ob sie Tänzerin sei oder Schwimmerin. Ja, reckt sie sich und lächelt, sie habe mehrere Jahre Leistungssport gemacht. Und er macht ihr Komplimente: daß man es an ihren Schultern sehen könne, daß sie aber auch wie eine Tänzerin eher schweben als laufen würde.

Später reiße ich beim Gehen zwei Stühle um. Mein Tischnachbar muß herzlich lachen über mich und mein Ungeschick und darüber, daß das ja bei ihm alles noch schlimmer sei.

Gleich im Fernsehen: Insel der Schwäne

Mittwoch, 6. August 2008

Wer heute um 14.15 Zeit hat (ich nicht), kann sich „Insel der Schwäne“ im RBB-Fernsehen ansehen. Ein ziemlich abgefahrener DDR-Film von 1983, der bei Kinostart für große Kontroversen sorgte, weil er vergleichweise skeptisch und pessimistisch ist.

Hübsch, der Dialog zwischen zwei eifersüchtigen Mädchen, die eine Künstlertochter, die andere Funktionärskind: „Diplomatenkuh!“ — „Prenzlauer-Berg-Zicke!“

Motorradfahrer dieser Stadt,

Montag, 4. August 2008

… seht Euch vor! Ich habe nämlich eben einen von Euch mit dem Fahrrad umgefahren. Zum Glück ist beiden nichts passiert und auch die Fahrzeuge und mein Notebook scheinen unverletzt. Peinlich ist mir, daß ich ihn im Affekt erstmal ziemlich beschimpft habe, während er vor allem an meinem Wohlergehen interessiert war. Zu meiner Rettung kann ich nur sagen, daß mein Körper wahrscheinlich durch die Muskelbewegung voller Adrenalin war und ich erstmal runterkommen mußte.

Was man sich merken sollte: Die alte Radfahrerregel, daß die Straße sicherer als Fahrradwege ist, hat sich mal wieder bewahrheitet. Und ich bin auch nur auf dem (an dieser Stelle verpflichtenden und trotzdem kreuzgefährlichen) Radweg gefahren, weil ich heute schon zweimal von Autos angehupt wurde, an Stellen, wo es nicht einmal einen Grund in Form eines benutzungspflichtigen Radweges dafür gegeben hätte.

Der Klassiker: So fuhr ich denn auf dem Fahrradweg auf die Kreuzung zu, er auch, er wollte rechts abbiegen und schien zu warten. Wie sich dann herausstellte allerdings nicht auf mich, sondern auf die Fußgänger, die da auch noch über die Straße gingen. Und so hatte ich zwar Vorfahrt, er fuhr aber genau in dem Moment an, als ich ihn fast erreicht hatte und mit ca. 35 km/h ungebremst in ihn reinbretterte.

Interessant, daß nicht einmal eine kleine Acht im Vorderrad ist. Ein Helm hätte mir übrigens nicht geholfen.

Fraktur reden

Freitag, 1. August 2008

In einem Kommentar weist der schriftkundige Martin Z. Schröder darauf hin, daß es keine Belege für die von Judith Schalansky vertretene These gibt, Hitlers Lieblingsschrift sei die Futura gewesen.

Ausführlicher kann man das nachlesen in Schröders Rezension eines Buches von Philipp Luidl. Interessant finde ich die darin enthaltene Erklärung, warum sich die Fraktur in Deutschland länger hielt als in anderen Ländern: Anderswo erfolgte im 16. Jahrhundert der Übergang zur Antiqua vor allem, weil sie die Schrift der Kurie war. In Deutschland, dem Land der Reformation, waren auch die Katholiken von der Volkstümlichkeit einer Bibelübersetzung in Fraktur angetan. Die Humanisten hingegen setzten sich für die Antiqua-Schrift ein.

Sich nicht erwischen lassen

Mittwoch, 30. Juli 2008

Unter dem Eindruck des Prager Frühlings verteilen die Studenten Rainer Schottlaender und Michael Müller Flugblätter gegen den obligatorischen Marxismus-Leninismus-Unterricht auf dem Gelände der Humboldt-Universität. Das MfS startet daraufhin die aufwendigste Fahndungsaktion seiner Geschichte: die Humboldt-Universität wird komplett überwacht, sämtliche Berliner Anträge auf neue Personalausweise, die damals ausgegeben wurden, werden auf die Schreibmaschinentype hin überprüft.

Dennoch gelingt es den beiden, die Aktion fortzusetzen und unerkannt zu bleiben. Die Schreibmaschine verstecken sie auf dem Dachboden einer Kirche in Zittau. Vor Jahren gab es darüber einen Artikel in der HU-Studentenzeitung „Unaufgefordert“.

Heute abend, 21.55 Uhr und am 12. August, 10.55 Uhr zeigt Arte eine Dokumentation von Gabriele Denecke.

Nachtrag: Mit Superlativen ist das so eine Sache. Sie schreiben sich schnell hin. Es gab allerdings einen anderen Fall, an dessen erfolgreicher Aufklärung die Stasi zumindest beteiligt war: im Kreuzworträtselmord wurden eine halbe Million Schriftproben ausgewertet. Die Leiche eines siebenjährigen Jungen wurde in einem Koffer gefunden, der aus einem fahrenden Zug geworfen worden war. Im Koffer befanden sich außerdem Zeitungen mit einem teilweise gelösten Kreuzworträtsel.

Alle Bewohner Halle-Neustadts gaben Schriftproben ab. Außerdem wurden Altpapiersammlungen durchgeführt und 60 Tonnen Zeitungspapier ausgewertet. Und wieder ein Superlativ: Die Wikipedia nennt den Kreuzworträtselmord den „Kriminalfall mit der weltweit umfassendsten Auswertung von Schriftproben“. Er ist 1988 als Folge der Krimiserie „Polizeiruf 110“ verfilmt worden.

Es ist noch nicht einmal 15 Jahre her,

Montag, 28. Juli 2008

… daß die Leute einen Zettelblock oder eine Rolle an der Tür hatten. Kam jemand vorbei und man war nicht zu Hause, hinterließ er eine Nachricht:

  • Will Dich sehen. C.
  • Du schuldest mir noch eine Flasche Tequila. Yan.
  • Vater im Krankenhaus. Wo steckst Du? Mutter.
  • Gaszählerablesung. Konnten Sie nicht antreffen. Neuer Termin morgen 6.30 Uhr
  • Sex mit Möbelstücken. Was halten Sie davon?
  • Drei Nikotinleichen un’ne Flasche Korn war’n hier.

Später gabs dann Telefon, das zwar inzwischen wieder auf dem Rückzug ist. Dennoch geht man nicht mehr spontan bei jemandem vorbei und schreibt etwas an die Türe.

~

Es liegt ein Grauschleier über der Stadt, den meine Mutter noch nicht weggewaschen hat.

Goldelse

Mittwoch, 23. Juli 2008

Zunächst fand ich es ja ein bißchen albern, Herrn Obama nicht am Brandenburger Tor reden zu lassen. Allerdings scheint die Veranstaltung ja insofern nicht öffentlich zu sein, als der Veranstalter (Obama for America) schreibt: „Transparente sind nicht gestattet.“

So geht es also offensichtlich nur um Fernsehbilder für Amerika. Schade, ich hätte ihn mir gern angesehen. Darauf habe ich jetzt wenig Lust.

Das Plakat ist aber ziemlich geil – und hat einen lustigen Fehler.

Obama

Spreeufer für alle!

Dienstag, 15. Juli 2008

Osthafen

Da ist die Abstimmung gelaufen und man hat das Gefühl, der große Streit im Dorfe beginnt erst.

Eine Pattsituation, in der alles so bleibt, wie es ist (das hat aber – trotz dahingehender Suggestionen – auch MS Versenken nicht gefordert) wäre allerdings fatal für Friedrichshain, das in dieser Ecke so aussieht: Die wegen der deutschen Teilung errichtete riesige sechsspurige Protokollstrecke Stralauer Alle – Mühlenstraße – Hozmarktstraße. Dahinter der klägliche Mauerrest und dann nebeneinander: Das Energieforum, das Radialsystem, das Pumpwerk, das Yaam und eine furchtbar öde Monokultur-Touri-Strandbar neben der anderen. Dahinter liegt erst der Fluß, an den man kaum herankommt; und wenn, dann ist man auf stark abgegrenztem Privatgelände.

Interessanterweise ist ja im Moment der Spreezugang im Osthafen, der mit Universal und MTV immer als das Vorzeige-Negativbeispiel für Mediaspree genannt wird, am einfachsten für alle möglich.

Die Alternativplanung von MS Versenken gibt es bisher nur im Bezug auf die Planung von Stadt und Investoren; ihre Veränderungen sind unmöglich ohne die Mediaspree-Planung. Wenn nun also die Pläne der Stadt scheitern sollten und nichts getan würde, wäre das der schlechteste Fall für Friedrichshain. Man sollte allerdings deswegen auch nicht so tun, als sei jetzt alles vorbei und das unbelehrbare Berlin hätte es sich auf alle Zeiten mit dem Kapital verdorben.

Stattdessen würde ich mir wünschen, die Parteien gingen aufeinander zu und versuchten, aus dem Wahlergebnis das beste zu machen. Dabei wäre es weder sinnvoll, wenn die Investoren beleidigte Leberwurst spielten, noch wenn der Wahlsieg dazu führte, daß keine Kompromisse mit MS Versenken möglich sind.

Was ich mir wünsche: bürgernahe realistische Planung, ein Verkehrskonzept, das sich nicht in der Ablehnung der Brommybrücke erschöpft, sondern auch die fatale Situation in Friedrichshain mildert und schließlich ein Spreeufer wirklich für alle.

Das Berliner Kaiserpanorama

Dienstag, 15. Juli 2008

Die Ausstellung „Berlin im Licht“ zum Hundertjährigen des Märkischen Museums glänzt durch viele wunderschöne Ausstellungsstücke, allein, es fehlt ein wenig an Erläuterung und Führung, so daß man sich etwas verloren vorkommt. Dennoch lohnt sich ein Besuch sehr, unter anderem wegen des Kaiserpanoramas. Das ist ein Holzkasten mit der Grundfläche eines regelmäßigen (geschätzt) 20- bis 24-Ecks bei einem Durchmesser von ca. 6 Metern und einer Höhe von etwa zwei Metern.

Kaiserpanorama

Die Besucher setzen sich auf Stühle rund um das Panorama und schauen durch ein Binokular auf stereoskopische Bilder. Alle 30 Sekunden ertönt ein Gong und die Bilder, die innerhalb des Kastens auf einer Art großen Walze angeordnet sind, werden durch eine ächzende Mechanik einen Schritt weiterbewegt, das eben gesehene Bild wandert also zum Nachbarn. Über jedem Bild erscheint hinter einer Glasscheibe eine kurze Bildbeschreibung.

Im Berliner Kaiserpanorama sind Stadtansichten aus der Zeit der Jahrhundertwende, ein paar Personenfotografien und Bilder einer Flugschau auf dem Tempelhofer Feld zu sehen. Das ist alles ziemlich anrührend: Man schaut recht lange auf jedes der Bilder, auf denen man durch die Stereoskopie auch noch nach einer Weile interessante Einzelheiten entdeckt. Insbesondere von den Portraits geht ein eigenartiger Zauber aus: die Dreidimensionalität vermittelt einen sehr unmittelbaren Eindruck. Und wenn du dann eine schöne, ca. 20 Jahre alte Frau kurz vor dem Abendvergnügen sieht, die, aufgenommen 1905 in der Welt von gestern, dir direkt ins Auge schaut, dann ist das schon, na, ergreifend.

Bürger, kümmere Dich um Deine Sache! (was: Re: im Tegernsee ertränken)

Sonnabend, 12. Juli 2008
Totaldemokratie

Mühlenstraße, East-Side-Gallery

Spreeblick hat mir die Überschrift weggenommen. Seit einer Woche ging mir diese da im Kopf rum, ich schwör!

Noch länger schon schlage ich mich mit dem morgigen Bürgerentscheid herum. Wenn ich mein Umfeld sehe, scheint es nicht nur mir so zu gehen, daß „Mediaspree versenken“ hin und wieder zumindest einen schwierigen Ton anschlägt. Die Bebauung des Osthafens hat zum Beispiel zu keiner sog. „Yuppisierung“ des Rudolfkiezes geführt. Auch die antikapitalistische Rhetorik verstellt leider den Blick darauf, daß es hier vor allem um Städtebau geht. Schwierig scheint auch zu sein, daß sich in der Endphase des Wahlkampfes vor allem auf die Fehler der Gegner und nicht auf die eigenen Argumente konzentriert wird.

Man darf aber nicht vergessen, daß die Arbeit in solchen Bürgerinitiativen immer ein Lernen und Ausprobieren ist. Im Unterschied zu Bauherren und Politik sind das eben keine Kommunikationsprofis und ich weiß selbst, wie schwer in solchen Gruppen schon die Suche eines Konsenses sein kann. Wenn man einmal hinter die Krawallkommunikation schaut, sieht man, daß „Mediaspree versenken“ in den letzten Monaten unglaublich aktiv war. Es ist gelungen, dieses Thema ins Bewußtsein der Stadt zu rücken. Darüber hinaus wurden für den Osthafen, das Anschutzareal und die Lohmühleninsel in Ideenwerkstätten Alternativplanungen erarbeitet.

Aber als Bürger ist man pragmatisch: So viel eine Initiative auch getan haben mag, wichtig ist, was hinten rauskommt. Wenn „MS versenken“ durch ihren Druck erreicht haben sollte, daß die Planungen des Bezirkes und der Stadt jetzt schon vernünftig sind, dann würde es ja ausreichen, wenn diese umgesetzt würden. Und die Ideen von Mediaspree versenken sind zumindest teilweise noch etwas unausgegoren:

  • Für den Bereich East-Side-Gallery (Mühlenstraße) fehlt ein städtebauliches Konzept. Hier könnte aufgelockerte Bürobebauung sogar wesentlich integrativer sein als diese häßliche Hinterlandmauer mit der unsäglichen Nachwende-Kitschbemalung. Die fehlende Struktur ist hier eine Hinterlassenschaft der Teilung. Hier wird es nicht damit weitergehen, daß man einfach alles so läßt, wie es ist.
  • Die Hochhausfeindlichkeit der Initiative scheint mir doch sehr ideologisch (und populistisch) zu sein. Und auch die Brückenkopfbebauung ggü. der Allianz wäre keine so schlechte Idee. Das Problem scheint mir doch eher die dichte Bebauung in der Fläche zu sein.
  • Neben der (sinnvollen) Verhinderung der Brommybrücke fehlt ein Verkehrskonzept, vor allem für die Friedrichshainer Gebiete.

Was die Initiative erreicht hat, kann man aber nicht hoch genug einschätzen: Es ist gezeigt worden, daß bürgerferne Planung zum Schaden der Stadt ist. Man muß leider immer wieder erleben, daß die Belange der Stadtbewohner der Verwaltung eher lästig sind. Das zeigt sich u.a. an den städtebaulichen Katastrophen, die rund um das Mediaspree-Gelände in Friedrichshain schon gebaut worden sind: die Anschutz-(O2-)Arena, das Gelände des ehemaligen Wriezener Bahnhofs (Nähe Ostbahnhof, jetzt Metro und Hellweg) und die Neubauten auf Stralau.

Alle drei Flächen sind als Großflächen in den letzten beiden Jahrzehnten frei für Neuplanungen geworden: Stralau und die Rummelsburger Bucht durch das Verschwinden der Industrie nach der Wende, Anschutz-Arena und Wriezener Bahnhof durch den Rückzug der Bahn von ihren öffentlichen Aufgaben.

Was ist in diesen Gebieten alles falschgemacht worden! Was hätte mit langsamerer Planung, vor allem aber Bürgerbeteiligung alles erreicht werden können!

Bürgerbeteiligung kann hier natürlich nur ein langfristiger Prozeß sein, der von Fachleuten unterstützt werden muß, die Ideen auch in Pläne umsetzen und den Chor der Meinungen bündeln können. Hier jedoch sehe ich die eigentliche Aufgabe einer demokratischen Verwaltung: die Sammlung und Umsetzung des Bürgerwillens. Stattdessen ist Verwaltung im Städtebau meist damit beschäftigt, den Bürger von der Planung fernzuhalten. Wer schon einmal Antworten auf Einsprüche in Planungsverfahren erhalten hat, weiß, was ich meine. Auch der Rohrkrepierer der Beteiligung an der Tempelhofplanung schien ja dann doch eher dem Wahlkampf geschuldet als tatsächlicher Bürgerbeteiligung.

Man sollte sich nicht dem Irrtum hingeben, daß die längere Planungszeit wertvolle Investoren abschrecken könnte: Stralau konnte jahrelang nicht vermarktet werden. In dieser Zeit gab es aber durch die Einschränkungen im Entwicklungsgebiet auch keinerlei Partizipationsmöglichkeiten für die Öffentlichkeit.

Deswegen (und ich mag taktische Abstimmungen eigentlich gar nicht) werde ich morgen für den Vorschlag von „Mediaspree versenken“ stimmen: Die Belange der Bürger müssen im Planungsverfahren eine entscheidende Rolle spielen. Auch wenn schon viele Fehler gemacht worden sind, sollte die fehlerhafte Planung nicht noch fortgesetzt werden.

Aber die Abstimmung allein ist nicht ausreichend, die inhaltliche Planung muß noch geschehen. Auf dem Mediaspreegelände und in Stralau: Das ehemalige Glaswerksgelände am Inseleingang ist als Gewerbegebiet ausgeschrieben und seit Jahren unvermarktet. Es gibt zwar furchtbare Ideen, hier ein riesiges Thermalbad zu errichten, aber auch hier ist es an der Zeit, Bürgerideen zu formulieren. Laßt uns das tun!

Die Planung hinter verschlossenen Türen geht allerdings leider auch weiter. Kommenden Montag 14.00 Uhr trifft sich der in Stralau lebende Wirtschaftssenator Wolf mit Vertretern der IG Rummelsburger Bucht (das sind Grundtückseigner in Stralau), von Vattenfall und der Deutschen Bahn zu einer Kungelrunde im Allianz-Turm, in der es um die städtebauliche Zukunft Stralaus gehen soll. Um 17.00 Uhr treffen sich Mediaspree versenken, die BISS und andere Initiativen gegenüber im Osthafen zu Pressekonferenz und Umtrunk.

Und die Regierung schaut nur zu

Donnerstag, 10. Juli 2008
Robben poppen

Alt-Stralau 70
Durst

Alt-Stralau 70

Heute 19.30 Uhr: Andreas Dresen – Was jeder muß

Mittwoch, 9. Juli 2008

Heute 19.30 Uhr im Mauerdokumentationszentrum, Bernauer Straße 111:

Der Filmwissenschaftler Claus Löser gibt einen Überblick über NVA und Grenztruppen im DDR-Film. Daran schließt sich die Aufführung des Dokumentarfilms „Was jeder muß …“ von Andreas Dresen an sowie ein Gespräch mit dem Regisseur. Andreas Dresen drehte diesen Dokumentarfilm als Student 1988 an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ (HFF) in Potsdam-Babelsberg: Simone und Dieter sind 20. Sie haben gerade ein Baby bekommen, das Familienleben könnte beginnen. Aber Dieter muß zur Armee … Der Film begleitet ihn die ersten sechs Wochen, zeigt Zweifel, Einsichten und Zustände, die kaum zu akzeptieren sind. Ein kleiner realistischer Einblick in die NVA Ende der 80er Jahre, der in der DDR mit einem Aufführungsverbot belegt wurde.

Auch arme Menschen sollen sparen

Montag, 7. Juli 2008

Nachtisch

Huch! Die Energiepreise steigen. Und wen trifft es am härtesten? Arme Menschen. Wie kann denen geholfen werden? Anscheinend durch teilweise Einführung sozialistischen Wirtschaftens: Sozialtarife bei der Energie. Daß das dumm ist und zu Verschwendung führt, liegt auf der Hand. Trotzdem sagt niemand etwas, denn eine nicht zweckgebundene Erhöhung der Sozialhilfesätze, die nicht mehr kostet, den Armen genauso hilft aber zusätzlich einen Anreiz zum Sparen bietet, scheint heutzutage ja jenseits des Vorstellbaren zu liegen. Klar, die würden sich ja sonst doch lieber mit Alkohol wärmen.

Ein wenig erinnert das an die Absurdität, zwar die Produktion von sparsamen Autos zu fordern und zu fördern, jedoch sofort in Panik zu geraten, wenn der Markt das tut, was er soll und die Preise steigen.

Hanging men

Dienstag, 1. Juli 2008

Schlecht zu erkennen, da mitm Händie aufgenommen: Aktivisten von „Mediaspree versenken“ besetzten heute vormittag die Molecule Men mit einem Plakat und einer Hängematte. Klicken macht groß.

Hilfe: Die Olsenbande steigt aufs Dach

Sonntag, 29. Juni 2008

Seit Wochen strahlt der DDR-Nostalgie- und -Vertriebenensender MDR als Kindheitserinnerung alle Folgen der großartigen dänischen Serie „Die Olsenbande“ aus. Leider fehlt mir bei der heutigen Aufnahme „Die Olsenbande steigt aufs Dach“ die erste Viertelstunde.

Kann mir vielleicht jemand aushelfen?

Der gute Ort

Montag, 23. Juni 2008

Jüdischer Friedhof Berlin-Weißensee

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Einer der eindrücklichsten Orte in Berlin ist der riesige (40 ha) Jüdische Friedhof in Weißensee. Man kann hier Tage dabei verbringen, durch die von dichten Baumkronen, in denen alle Arten von Vögeln hausen, überdachten und teilweise dicht überwucherten Grabanlagen zu wandeln. Dieses Denkmal ist allerdings wohl deswegen so verfallen, weil in den meisten Fällen Angehörige, die die Gräber pflegen könnten, ermordet wurden, aber auch, weil jüdische Gräber für die Ewigkeit bestehen sollen und nicht durch neue Gräber ersetzt werden. Des weiteren gibt es zu wenig Mitarbeiter zur Erhaltung, weswegen eine Aufnahme in die Unesco-Weltkulturerbeliste angestrebt wird.


Jüdischer Friedhof Berlin-Weißensee

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Detail, klicken macht groß.
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Das Dach des Mausoleums von Joseph Schwarz diente während der Zeit der Verfolgung als Versteck. Klicken macht groß.
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Verwunschen am Fluß

Dienstag, 10. Juni 2008

Plänterwald

Schwäne im Plänterwald, Foto: Dennis Gerbeckx, CC-BY-NC

Oh! Dennis Gerbeckx hat Fotos vom seit Jahren verlassenen Kulturpark Plänterwald gemacht.

[via]

Update: Noch mehr schöne Fotos vom Plänterwald

Bahnprivatisierung: Ein Gutachten

Sonnabend, 7. Juni 2008

Etwas untergegangen in den Nachrichten vom Untergang des Aufbau-Verlags, der Telekom-Spitzelei und den hessischen Schreibfehlern ist die Verscherbelung der Bahn im Bundestag. Zwar wurde durch einen aufmerksamen Abgeordneten ein grobes Foul gerade noch verhindert: durch die Hintertür hätten doch 49,9 % statt 24,9 % der Bahntochter Mobility und Logistics (M&L) verscherbelt werden können.

Der Rest ist jedoch schlimm genug: getrieben von der Gier wurde die Privatisierung im Bundestag ohne Gesetz beschlossen, damit der Bundesrat, aus dem Widerstand zu erwarten gewesen wäre, nicht beteiligt werden muß. Und auch von der SPD-Basis, die im letzten Jahr kaum zu besänftigen war, ist jetzt nichts mehr zu hören.

Interessant ist eine Studie, die Michael Holzhey von der Beratungsfirma KCW Ende Mai für den Verkehrsausschuß des Bundestages erstellt hat, die aber leider im Web nicht zu finden ist, so daß hier ein paar Zitate genügen müssen. Während sich das Gutachten nicht prinzipiell gegen Privatisierung ausspricht, wird dort sehr deutliche Kritik am Tiefenseeschen Holdingmodell geäußert.

Zum einen wird der Renditedruck auf den Personenfernverkehr stark erhöht werden.

Der Personenfernverkehr ist diejenige Transportsparte, die von den Folgen der Privatisierung am stärksten berührt wird. Ursächlich ist die chronische Margenschwäche, die der Anteilseigner Bund über Jahre kritiklos hinnimmt, der private Investor jedoch nicht. Im Vorgriff auf die gehobenen Ansprüche hat die DB AG in ihrer Planung die Meßlatte signifikant nach oben geschraubt. […] Der Fernverkehr [soll] seinen schmalen Gewinn von 110 Mio. € binnen 4 Jahren mehr als verfünffachen.

Das wird weitere massive Streckenstillegungen zur Folge haben. Unter den Oberzentren mit künftig entfallender Fernverkehrsanbindung nennt das Gutachten Städte wie Potsdam, Brandenburg, Halle/S., Flensburg und Marburg. Zu denen mit künftig verschlechterter Anbindung gehören Stralsund, Greifswald, Rostock, Schwerin, Magdeburg, Lüneburg, Oldenburg, Kaiserslautern und Saarbrücken. Schon 2009 werden wohl der Südharz und das Weserbergland vom Fernverkehr abgekoppelt.

Betriebswirtschaftlich ist der DB AG kein Vorwurf zu machen. Die Kapitalmarktlogik gebietet es, die Renditevorgaben auf jedes einzelne Produkt, hier auf eine Linie herunterzubrechen. Was sich mittelfristig rechnet, fliegt aus dem Programm. Dies dürfte ein Großteil der heutigen IC-Verbindungen sein, die heute noch geduldet werden, weil das Fahrzeugmaterial abgeschrieben ist. Sobald aber die Aufwendungen der Neubeschaffungen verdient werden müssen, dreht sich die Linienerfolgsrechnung ins Minus. Dies ist keine Panikmache, sondern ökonomische Mechanik.

Weiter wird kritisiert, daß ganz klar ist, daß es letztlich auf eine hundertprozentige Privatisierung hinausläuft, dieses aber dem Wähler verschwiegen wird:

Verfahrenstechnisch wird die Privatisierungsspirale aller Wahrscheinlichkeit nach dadurch weiter gedreht, daß die DB AG in zwei bis drei Jahren erneut Kapitalbedarf reklamiert. Dieser Druck entsteht desto früher, je enttäuschender der Erlös der ersten Tranche ausfällt. Paart sich die Forderung mit einer Konjunkturdelle, wird der Finanzminister als erster darauf drängen, weitere Anteile zugunsten der Haushaltskonsolidierung zu veräußern. Die Begründung für die weitere Kapitalspritze wird die gleiche sein wie die heutige: Märkte entwickelten sich rasant, die Konkurrenz schlafe nicht, usw. Die Politik wird sich nicht mehr an den Beschluß einer außerparlamentarischen Arbeitsgruppe erinnern, sondern darauf verweisen, daß der Bund ja die Mehrheit behalte, also nicht überstimmt werden könne. Beim nächsten Schritt bis 74,9% wird betont, die Sperrminorität verschaffe dem Bund die Gewißheit, daß nichts Wesentliches gegen ihn entschieden werden könne. Am Ende kommt es zur Vollprivatisierung, da Transporte von A nach B keine Staatsaufgabe seien. Dem ist uneingeschränkt zuzustimmen – nur sollte dies vorab klar gesagt werden.

Das Gutachten geht weiterhin davon aus, daß die DB M&L relativ bald zerbrechen wird, weil die Rendite im Güterverkehr wesentlich höher als im Personenverkehr ausfallen wird. Es wird darauf hingewiesen, daß es neben den Staatsbahnen in der Welt keine Bahnbetriebe gibt, in denen Güter- und Personenverkehr eng verzahnt sind.

Außerdem wird es, da einzig der Transport dem Renditeinteresse unterliegt, nach der Privatisierung noch weniger Eigenmittel der Bahn geben, die in die Infrastruktur fließen, was den Staatsanteil hier erhöht.

Der Staat wird, neben verringertem Einfluß in der Verkehrspolitik, auch finanziell nicht viel vom Verkauf haben: die Vereinbahrung zwischen Bahn und Gewerkschaften, bis 2023 auf privatisierungsbedingte Entlassungen zu verzichten wird nach dem Gutachten dazu führen, daß die M&L rigide Personal sparen wird, das dann in die (weiterhin dem Staat gehörenden) Eisenbahninfrastrukturunternehmen verlagert wird, so daß diese zu Beschäftigungsgesellschaften werden, in denen Verluste sozialisiert werden, während M&L die Gewinne privatisiert.

Im Fazit des Gutachtens heißt es:

Der tiefer liegende Grund für die skizzierten Schwächen ist die fortgesetzte Weigerung des Bundesverkehrsministeriums, an erster Stelle seinen originären Auftrag zu erfüllen, d.h. nach verkehrspolitischen Erwägungen mit dem Fokus auf der Schienenverkehrsbranche zu handeln. Statt dessen wird alles dem Ziel untergeordnet, das Unternehmen DB AG als nationalen Champion aufzustellen. Eine solche Privatisierung ist als „unstrukturiert“ zu bezeichnen, weil sie nicht vom Markt her ansetzt, sondern von einem einzelnen Spieler, ohne die Folgen umfassend zu überdenken.

Angesichts der abzusehenden Kollateralschäden ist die Privatisierung nach dem Holdingmodell derzeit abzulehnen. Bezahlen müssen es die Fahrgäste, Verlader und Steuerzahler, insbesondere der Länder.

Verlegt

Dienstag, 3. Juni 2008
Aufbau-Verlag

Aufbau-Verlag. Klicken macht groß

~

Dienstag, 3. Juni 2008

Geträumt, man hätte per Google Maps Zugriff auf die Bilder von Überwachungskameras im öffentlichen Raum.

Standart

Donnerstag, 22. Mai 2008

Argh! Die Usenet-Generation ist im Fernsehen angekommen:

Klingelton anhören<br />
Wenn Sie sich den Klingelton vor dem Downloaden erst einmal anhören möchten, dann klicken Sie einfach auf den Link 'Klingelton downloaden'. Die Melodie spielt sich in dem Player ab, den Sie auf Ihrem Computer als Standartplayer installiert haben.

[daserste.de]

Die Pyramiden vom Treptower Park

Dienstag, 20. Mai 2008

Der Treptower Park im Südosten Berlins: So gut wie nichts erinnert hier noch an die „Berliner Gewerbeausstellung“. Jene gigantische Schau, die ein einmaliges Kaleidoskop von Industrie, Technik, Kultur, Wissenschaft und Zeitvertreib darstellte.

Ein Jahrhundertereignis, das im Sommer 1896 über sieben Millionen Menschen an die Spree nach Treptow lockte. Dutzende aus dem Boden gestampfte Gebäude mit dem Prunkstück in der Mitte: der riesigen Ausstellungshalle von der Dimension des legendären Kristallpalastes oder des Eiffelturms. Auch afrikanische Dörfer konnten bestaunt werden, inszenierte Seeschlachten, und schon von weitem sah man ägyptische Pyramiden. Kaiserliche Themenparks. Doch einzig das Riesenfernrohr der Archenhold Sternwarte ist davon geblieben, läßt etwas ahnen von der versunkenen geheimnisvollen Wunderwelt im Treptower Park. Dort, wo vor mehr als hundert Jahren italienische Gondeln über einen künstlichen See fuhren, steht seit 1949 das sowjetische Ehrenmal, errichtet aus den Trümmern der Reichskanzlei. Der bronzene Sowjetheld mit dem deutschen Kind im Arm – das weltbekannte Symbol der Befreiung – ein Mythos, der mysteriöse Geschichten verbirgt.

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Geheimnisvolle Orte: Die Pyramiden vom Treptower Park, heute 20.15 Uhr im RBB-Fernsehen.