Beckenbauer: Zensur macht nichts

Donnerstag, 23. März 2006

Leute, hier ist grad viel zu tun, deswegen grade nicht so viel inhaltlich aufregendes. Dafür ein Hinweis auf das Transkript eines ZDF-Interviews von gestern bei Fooligan:

Kerner: Aber das ist schon Zensur, auch.
Beckenbauer: Ja. Macht aber nichts.

Arena Treptow nicht professionell genug?

Mittwoch, 22. März 2006

Das zumindest findet Michael Schneider, Umweltstadtrat von Treptow-Köpenick:

Das sind Künstler. Die arbeiten spontan. Bisher war unser Amt da tolerant. Aber wenn sie nicht bald professioneller arbeiten, wird das nichts mit der Genehmigung.

Die Arena möchte während der Fußball-WM im Treptower Park Konzerte ausrichten. Stralauer und andere Anwohner fürchten den Lärm. Andere fürchten diplomatische Verwicklungen mit den Russen.

Ob es wirklich so schlimm kommt, wird sich zeigen. Daß die Veranstaltung schon beworben wird, obwohl sie noch nicht genehmigt ist, paßt natürlich zu „einem der erfolgreichsten Kulturinvestoren der Stadt“.

Raubkopierer sind Verbrecher

Mittwoch, 22. März 2006

Namen, die man sich bis zur nächsten Wahl merken sollte: Bernd Neumann (CDU, Kulturstaatsminister) und Brigitte Zypries (SPD, Justizministerin) wollen bis zu drei Jahre Haft für den nichtgewerblichen Download rechtswidrig hergestellter und öffentlich gemachter Vorlagen aus dem Internet. Dies soll auch für Kopien im Freundeskreis gelten.

Des weiteren (und hier wirds richtig eklig): zivilrechtlicher Auskuntsanspruch von Inhalts- gegenüber Internetanbietern.

Jetzt wird klar, wie sich die kürzlich beschlossene Vorratsdatenspeicherung auswirkt: es sollen neben den Daten von Schwerverbrechern die zu Straftaten, „die mit Hilfe des Internets begangen wurden“ gespeichert werden. Dieser eine Schritt von den Daten zum Unternehmen fehlte noch: damit haben wir die Privatüberwachung durch Medienkonzerne. Alles gar nicht war, s.u.

Zwar wird einiges vor deutschen Gerichten vermutlich keinen Bestand haben, aber bis die entsprechenden Klagen durch sind, kann es dauern.

Update: Eine Zusammenfassung der Medienberichte gibt es bei Netzpolitik.

Update 2: Man sollte Heise mißtrauen. Der Auskunftsanspruch ist mitnichten neu im Gesetz. Und der schon vorhandene §101a erstreckt sich nicht auf Internet-Zugangsanbieter, wie das Landgericht Frankfurt feststellt.

(Recherchiert hat das Tobias Haase, hier).

Update 3: Zum Auskunftsanspruch ders. nochmal hier.

Das Geschäft mit der Angst

Mittwoch, 22. März 2006

So versuchen sie, uns von allen Seiten die private Altersvorsorge schmackhaft zu machen. Daß die Rente nicht sicher ist, ist klar.

Daß man daran verdienen kann, ist einigen auch klar. Und um den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen, war Angst bisher noch das beste Mittel: Monitor über die Rentenangst. Und so halten sie sich ihren Raffelhüschen, der ihnen die richtigen Zahlen für die Angst liefert. Und Deutschlands meistgelesene Zeitung ist natürlich auch dabei.

Bitter: daß sie ihre Vertreter auch in die Betriebe bekommen. Lustig: wenn da so einer von einem großen deutschen Finanzdienstleister kommt und die Mitarbeiter rechnen können, er aber nicht.

[Via Lobbycontrol.]

Die Buchmesse und Leipzig: Nachtrag

Mittwoch, 22. März 2006

Übersicht: Das Programm zu „Leipzig liest“ gab es leider nur etwas unpraktisch zum Download: als PDF, aus dem Kopieren nicht erlaubt ist. Nicht sehr sinnvoll.

Kunst: Die GFZK hat einen sehr hübschen Neubau, der allerdings die Kunst zu stark dominiert. Auch finde ich Videokunst in Ausstellungen nicht so spannend: die aufgestellten Bildschirme machen den Betrachter passiver als nötig und nehmen ihm die Möglichkeit, seinen Rhythmus zu finden. Sowas ist im Internet besser aufgehoben. Noch schlimmer allerdings ist die Beschallung. Kopfhörer wären rücksichtsvoll.

Fotos: Hier noch ein paar.

Ingo Schulze
Ingo Schulze
Katharina Wagenbach-Wolff
Katharina Wagenbach-Wolff
Peter Urban
Peter Urban
Jan Faktor und Olaf Petersen
Der Autor Jan Faktor (r.) und sein Lektor Olaf Petersen

Langes ſ in Textedit

Dienstag, 21. März 2006

Etwas verſteckt, aber ſchön: das lange ſ läßt ſich auch bequem mit Textedit verwenden:

Mit Textedit iſt es kein Problem, ein langes ſ zu ſschreiben. Man nehme die Schrift Hoefler Text und ſchalte die Option „Archaic Long s Swash“ ein

[via de.comp.ſys.mac.miſc]

Tatort: Pechmarie (WDR)

Dienstag, 21. März 2006

Mal wieder ein Juwelier, dieses Mal tot. Zu Beginn des Filmes sieht man die Täter, einen Mann und eine Frau, sich am Tatort streiten. Beide sind maskiert, so daß der Zuschauer nicht erkennen kann, um wen es sich handelt. Und so hätte das hübsche Versteckspiel weitergehen können, wenn nicht die Ratekönigin unserer Runde schon nach 20 Minuten den richtigen Riecher gehabt hätte: die Schwester der Toten hat mit ihr die Identität getauscht und die gestohlenen Steine befinden sich in der Puppe, die sie ihr ins Grab warf.

Nach Wochen der Entbehrung endlich mal wieder ein Krimi, wenn auch kein außergewöhnlicher. Die Nebenhandlung um Schenks mögliche Scharlacherkrankung ist zwar ein wenig betulich, der singende Italiener (Alexander Sascha Nikolic) und der Pathologe Dr. Joseph Roth (Joe Bausch) dafür ziemlich charmant.

[Erstsendung: 19. März 2006]

Buchmesse

Montag, 20. März 2006

Leipzig. Sehnsuchtsstadt.

Ingo Schulze liest auch gut.

Jan Faktor sollte man sich merken.

Katharina Wagenbach-Wolff erzählt wunderbar aus ihrem Leben („Und 1963 kamen ja diese schrecklichen Taschenbücher auf.“).

Peter Urban ganz phantastisch.

Ein seltsamer Jungautor mit lauter Stimme und verschwurbelten Methaphern.

Die Spitze des Eisberges

Donnerstag, 16. März 2006

Man sollte Schirrmacher nicht lesen. Man sollte stattdessen wasweissich lesen:

[...]

Wenn man über Kindermangel spricht, beklagt, daß immer weniger Akademiker Kinder bekommen, wenn man überall in den Medien herumschreibt und –schreit, daß die Leute mehr Kinder bekommen müssen, dann sollte man ehrlicherweise dazusagen, daß man damit nur leistungsfähige und gesunde Kinder meint. Für die anderen ist im Gegenteil nämlich zunehmend immer weniger Platz.

[...]

Kinder bedeuten nämlich natürlich immer einen gewissen Kontrollverlust und sie bringen immer einen Unsicherheitsfaktor ins Leben. Wir geben uns heutzutage ja gerne der Illusion hin, wir führten ein sicheres Leben.

[...]

Wenn wir den Kindermangel hinterfragen, dann müssen wir auch die unangenehme Frage nach der Humanität stellen. Bevor wir nach mehr Kindern rufen und damit nur gesunde Kinder meinen, sollten wir nach all den Kindern fragen, die wir töten, weil sie nicht in die Gesellschaft passen. (Ganz abgesehen davon: wenn wir behinderte Kinder nicht mehr bekommen, dann wirft das auch ein Licht auf diejenigen Behinderten und ihre Angehörigen, die schon da sind, nämlich ein Licht darauf, wie unerwünscht sie sich eigentlich fühlen müssen.)

[...]

[Die Spitze des Eisbergs, via]

Heimatschachteln

Donnerstag, 16. März 2006

Heimatschachteln für Ostdeutsche

[...]

Die Pakete enthalten dem Blatt zufolge auch kleinere Geschenke, die positive Erinnerungen wecken und die Magdeburg-Identität stärken sollen: Gutscheine für Bars, regionale Produktproben, ein Zeitungs-Abonnement oder „Heimat-Magneten“ für den Kühlschrank im neuen Zuhause.

[...]

[Spon]

Ujeh. Lustiges Wort. Aber Leute, die ihre Identität über „Ostprodukte“ definierten habe ich sowieso nie verstanden. Verbraucher eben. Dabei sind es doch nicht zuletzt seine Produkte, die den Westen so anziehend machen.

Der Stralauer Tunnel (ii)

Mittwoch, 15. März 2006
Planung des Stralauer Tunnels
Planung des Stralauer Tunnels, in: Das Buch für alle, Heft 17

Nach dreijährigem Kampfe mit vielen Hindernissen ist der Tunnel unter der Oberspree im Osten Berlins zwischen Stralau und Treptow glücklich, ohne einen einzigen schweren Unfall, vollendet worden. Die Gründe, welche hier eine Untertunnelung der etwa 200 m breiten Spree ihrer Ueberbrückung vorziehen ließen, waren wie in London und in den amerikanischen Städten, wo bisher unterirdische Flußkreuzungen ausgeführt sind, hauptsächlich Rücksichten auf die ungestörte Schiffahrt, daneben auch wohl solche auf den unzuverlässigen, zum Tragen größerer Brückenpfeiler gänzlich ungeeigneten Baugrund.

[...]

Axel Mauruszat hat im Berliner U-Bahn-Archiv verschiedene Broschüren zum Bau der Berliner U-Bahn liebevoll eingescannt und digitalisiert. Der Stralauer Spreetunnel, durch den keine Untergrund- sondern eine Straßenbahn fuhr, diente als Versuchsfeld für den Schildvortrieb, der später beim Bohren verschiedener Berliner U-Bahn-Tunnel verwendet wurde.

Daher gibt es beim U-Bahn-Archiv auch drei sehr lesenswerte Dokumente zum Spreetunnel mit reichhaltigen Abbildungen: von der Gesellschaft für den Bau von Untergrundbahnen, aus der Zeitschrift „Die Gartenlaube“ und „Das Buch für Alle. Illustrirte Blätter zur Unterhaltung und Belehrung“.

Lang lebe Mordechai!

Dienstag, 14. März 2006

Für die Juden aber war Licht und Freude und Wonne und Ehre gekommen.

[Esther 8, 16. Lutherübersetzung]

Im Buch Esther wird beschrieben, wie die Juden unter persischer Fremdherrschaft leben: Haman, der Berater von König Ahasveros (Xerxes I.) lebt in Selbstherrlichkeit und läßt die Diener des Königs vor sich niederknien. Esthers Patenonkel Mordechai verweigert die Verneigung, woraufhin Haman alle Juden töten will. Esther, die jüdische Frau des Königs, setzt sich für ihren Onkel ein und öffnet Ahasveros die Augen. Schließlich wird Haman statt der Juden hingerichtet.

Seitdem wird im Andenken an diese Errettung das Purimfest gefeiert.

Am Sonntag das erste Mal auf einer Purimfeier gewesen. Ein Ort am Rande Berlins mit ca. 40 jüdischen Zuwanderern aus der ehemaligen Sowjetunion und einem aktiven Kultur- und Integrationsverein. Auch das ist Brandenburg. Sehr aufwendiges Theaterstück mit bunten, selbstgenähten Kostümen, grandiosem Schauspieltalent, guter Musik und viel Essen.

Selbst ich als alter Faschingsmuffel hatte großen Spaß (war aber nicht verkleidet).

Tscha. Und die Fotos stecken jetzt in der Kamera und ich hab das Kabel nicht dabei. Kann man sich doch aber vorstellen, oder?

Berlin Ecke Schönhauser

Montag, 13. März 2006

Heute 23.00 im RBB-Fernsehen. Einer der DEFA-Klassiker, 1957 geschrieben von Gerhard Klein und Wolfgang Kohlhaase. Von letzterem stammt auch das Buch zu „Sommer vom Balkon“.

Tatort: Feuerkämpfer (NDR)

Montag, 13. März 2006

Behinderte, Migranten, Schwule, Scheidungsväter, Feuerwehrleute — ich hab was gegen unterdrückte Minderheiten. Zumindest dann, wenn sie Anlaß sind, den Tatort in eine ungenießbare süße Soße zu verwandeln.

Daß aber auch immer alles dreimal ausgesprochen werden muß. Und dann wird so ein fader Wortwitz („Der Brandstifter entkam über die Feuerleiter“) auch noch mit dem Kommentar „Ironie“ versaut (Erwähnte ich schon, daß ich „Ironie“ auch nicht ausstehen kann? Selbstironie schon gar nicht).

Kriminalistik? Nicht vorhanden. Dafür Pädagogik schön stabil in Dreifachausführung.

Besonders schlimm: die „knisternde Erotik“ zwischen Jan Casstorff und der Staatsanwältin. Der Gipfel der Geschmacklosigkeit: der rote Schlüpper der Staatsanwältin. Von sowas träumt Thomas Bohn (Buch und Regie) wohl.

Gute Nacht.

Und als hätte es keinen Schleichwerbeskandal gegeben, ungeniert plaziert: Nokia, Deutsches Rotes Kreuz und Bionade („Die ist ohne Zucker!“).

[Erstsendung: 12. März 2006]

Leider immer noch überschätzt

Montag, 13. März 2006

Die deutschen Mädchenbands und die Leipziger Schule.

Baby — did you forget to take your meds

Sonnabend, 11. März 2006
Placebo

Andacht.

Da stand er nun, als wolle er uns mit seinem riesigen Mund verschlucken und hob den Zeigefinger.

Unspektakuläre Bühnenshow. Dafür handwerklich sehr sauberes Rockkonzert.

Olsdal und vor allem Brian Molko sehr präsent.

Kaum Interaktion mit dem Publikum, aber völlig ok so.

Sehr seltsam: Mitklatschen bei Placebo. Zwischenzeitlich wie bei „Ein Kessel Buntes“ gefühlt.

Publikum: mehr Frauen als Männer. Ob die etwa auch in Molko verliebt sind?

Problem: die eigene Verzweiflung und Finsterkeit, die offenen Wunden, die durch diese Musik so gut getroffen wurden, werden in der Masse plötzlich banal. Schlimm das.

Ganz großartig: Songs, die einfach so einsetzen, ohne Einzählen, Intro etc. Molko, der mit seinem unglaublichen Gesang auch live ganz nonchalant immer den richtigen Ton trifft.

Vorher: drei Stunden von der Masse vor der Tür zusammengedrückt werden. Leicht dramatische Szenen. Unangenehm: O2 öffnet hin und wieder die Tür und filmt das ganze.

Unbedacht: Die Fließgeschwindigkeit in einem Trichter scheint am Rande höher zu sein als in der Mitte. Dort wird man nur zusammengequetscht und kommt nicht vorwärts.

Sympathisch: Slut als Support-Act, auch wenn ihre Interpretation der Dreigroschenoper etwas zu gefällig ist.

War jut jewesn.

[Placebo, 10. März 2006, Columbiahalle, Tempelhof]

Elikan Dew …

Sonnabend, 11. März 2006

heute im Kato. Die Fotos sind zwar eher niedlich, aber der Typ kann singen!

Melancholie

Donnerstag, 9. März 2006
Straßburger Meister: Büste eines sich aufstützenden Mannes (15. Jhd.)
Straßburger Meister, 15. Jhd.

Man sollte durchaus hingehen: es sind viele aufregende Werke zu sehen. Als Ausstellung insgesamt zu beliebig: Fast alles läßt sich ja in dieses Thema einordnen. Leider wird das auch getan. Dürer, Goya und Friedrich drängen sich natürlich auf. Es entsteht aber der Eindruck, daß da von allem was genommen wurde, hauptsache es kuckt jemand traurig, und daß viel Geld für renommierte Werke da war (entsprechend hoch ist der Eintritt).

Neben den Bildern sehr platte Texte, die dem Betrachter die (häufig ziemlich gewollte) Interpretation aufzwingen. Auch die Kapitelüberschriften („Der Melancholie-Kult in der Renaissance“, „Melancholie-Verbot im Sozialismus“) sind stark überarbeitungsbedürftig.

Warum kriegt auch in einer solchen Ausstellung die DDR-Kunst ihre Extra-Abstellkammer? So spezifisch waren die ausgestellten Arbeiten nicht. Und wenn schon DDR, dann wären zusätzlich zu den obligaten Tübke und Mattheuer z.B. die Autoperforationsartisten passender gewesen.

Männer, die den mitgebrachten Weibchen ihre Kunstkenntnis demonstrieren:

  • „Bosch, weißt Du, der malt so ähnlich wie Dalí.“
  • F: „Das hier ist doch ziemlich bekannt, oder?“
    M: „Ja klar, das ist …“ (schielt auf das Schild) „… Ritter, Tod und Teufel.“

[Neue Nationalgalerie bis 7. Mai. Öffnungszeiten: Di, Mi 9-18, Do 9-22, Fr-So 9-20, Mo geschl.]

Lesen

Donnerstag, 9. März 2006

Ingo Schulze bisher wegen seines Namens für leichte Lesebühnenkost gehalten. Dabei kann er gar nichts dafür. Er zwingt zum Langsamlesen. Gut.

Mark Siemons in der FAZ über Debatten und Interpretationshoheit in China. Im Wirtschaftsteil eine Seite Hintergrund über Einkommen und Löhne.

Den erweiterten …

Donnerstag, 9. März 2006

… Infinitiv mit zu ohne Hauptsatz zu gebrauchen.

Ist auch so eine Unsitte.

Zu Ihrer Sicherheit

Dienstag, 7. März 2006

Vorige wurde in den USA der Patriot Act um unbefristete Zeit verlängert.

Der Kryptologe und Sicherheitsfachmann Bruce Schneier stellt in einem hervorragenden Text zusammen, welchen Überwachungsmechanismen der durchschnittliche Amerikaner heute ausgesetzt ist, und schildert an plastischen Beispielen, daß es eine qualitativen Unterschied zwischen klassischer Polizeiüberwachung und Massendatensammlung mit Data Mining gibt.

[...]

Wholesale surveillance is a whole new world. It’s not “follow that car,” it’s “follow every car.” The National Security Agency can eavesdrop on every phone call, looking for patterns of communication or keywords that might indicate a conversation between terrorists. Many airports collect the license plates of every car in their parking lots, and can use that database to locate suspicious or abandoned cars. Several cities have stationary or car-mounted license-plate scanners that keep records of every car that passes, and save that data for later analysis.

More and more, we leave a trail of electronic footprints as we go through our daily lives. We used to walk into a bookstore, browse, and buy a book with cash. Now we visit Amazon, and all of our browsing and purchases are recorded. We used to throw a quarter in a toll booth; now EZ Pass records the date and time our car passed through the booth. Data about us are collected when we make a phone call, send an e-mail message, make a purchase with our credit card, or visit a website.

[...]

Die Tatsache, daß wir mehr und mehr Datenspuren hinterlassen und daß Speicher praktisch nichts mehr kostet, führt dazu, daß Dinge möglich werden, die man sich früher nicht vorstellen konnte:

[...]

The typical person uses 500 cell phone minutes a month; that translates to 5 gigabytes a year to save it all. My iPod can store 12 times that data. A “life recorder” you can wear on your lapel that constantly records is still a few generations off: 200 gigabytes/year for audio and 700 gigabytes/year for video. It’ll be sold as a security device, so that no one can attack you without being recorded. When that happens, will not wearing a life recorder be used as evidence that someone is up to no good, just as prosecutors today use the fact that someone left his cell phone at home as evidence that he didn’t want to be tracked?

[...]

Als Ausweg dieser Bedrohung der informationellen Selbstbestimmung fordert er strengere Gesetze, ähnlich denen, die es in Europa gibt. Leider sind die Gesetze hier tatsächlich strenger, aber Datenschutz ist nicht gerade ein Modethema. Hoffen wir, daß nicht allzuviel davon abgebaut wird, bis die Hysteriewelle vorüber ist.

In wenigen Worten

Montag, 6. März 2006

Google behandelt „Wörter“ und „Worte“ synonym. Das ist nicht in Ordnung.

Ich weiß nicht

Montag, 6. März 2006

Tschuldigung, wenn ich mit Politik nerve. Nachdem die Wahlaufregung vorüber ist, scheint das Interesse nicht mehr groß zu sein. Ist auch ok, aber ein paar Fragen habe ich noch. Zum Beispiel, ob das emotionale Die-Oder-Wir der SPD im Wahlkampf wirklich klug war. Man könnte den Eindruck bekommen, daß die wahren Probleme dadurch unter den Teppich gekehrt wurden.

Ich weiß bis heute nicht, warum Schröder zurückgetreten ist. Ich sehe bis heute kein Konzept für die Zukunft der Kranken- und Rentenkassen. Und mir kann bis heute niemand erklären, was an Ein-Euro-Jobs gut ist.

Einige Dinge aber sind schon lange vor der Wahl schiefgelaufen:

Schon nach der 1998er Wahl war mir etwas mulmig, als sich die Grünen auf das Außen- und das Umweltministerium zurückzogen. Ja, Gesundheit hatten sie auch noch und Andrea Fischer war nicht die schlechteste.

Dennoch wäre das Verkehrs- oder das Innenministerium weit spannender gewesen. OK, Innen hätten sie vermutlich nicht bekommen, aber grüne Verkehrspolitik hätte die Zerschlagung der Bahn und Mehdorns Gang durch die Wand vielleicht etwas bremsen können. In diesem Bereich ist auch in Zukunft Raum für intelligente Ideen, die nur leider vermutlich nicht umgesetzt werden.

Weiterhin ist der Atomausstieg zu begrüßen, aber vermutlich haben die Grünen auch hier mehr Opfer gebracht, als ihnen guttat. Anders als mit Rücksicht auf Stammwähler und einem Sinn für öffentlich wirksame Themen kann man es nicht erklären, warum aus der Atomverstromung ausgestiegen wird, während in der Steinkohle mit Milliardenbeträgen neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Und nach der Wahl? Wenn der SPD-Vorsitzende heute auf dem Energiegipfel sagt „Energie ist die Zivilisationsfrage unserer Zeit“, warum wurde dann der Unkundige Sigmar Gabriel Umweltminister, wo die SPD doch den deutschen Experten für erneuerbare Energien im Bundestag hat?

Ich wünsche mir weniger Geschrei und mehr kluge Gedanken. Phoenix sendet Bundestagsdebatten aus den sechziger Jahren, in denen schwarz-weiße Abgeordnete mit Hornbrillen versuchen, sich mit Argumenten zu überzeugen. Sowas.

Tatort: Unter Kontrolle (SWR)

Montag, 6. März 2006

Nachstellung. Ein Veranstalter von Betriebsfeiern wurde umgebracht. Kurz zuvor hat ihn seine Geliebte im Streit niedergeschlagen. Diese wiederum wird vom schnaufenden Stalker verfolgt.

Das war’s auch schon an Story. Von nun an könnte es jeder gewesen sein, und auch jeder wird verdächtigt. Leider verhält sich die Polizei dabei unlogischer als es der Zuschauer ihr zugestehen will. (Wenn DNS1-Daten da sind, warum muß der potentielle Täter dann erst eingeschüchtert werden — eine Haarprobe hätte doch gereicht. Warum lautet die erste Frage nach einem gesehenen Fahrzeug „Saß eine Frau oder ein Mann am Steuer?“ anstatt, wie üblich, nach Kennzeichen und Farbe? Müssen heute wirklich noch Fangschaltungen in Wohnungen installiert werden? Ich dachte, dafür gibt’s längst standardisierte Schnittstellen beim Telefonanbieter.)

Des weiteren ganz viele schlimme Klischees, Zeigefingerpädagogik („Diese Männer machen Frauen angst, weil sie selbst vor Frauen Angst haben.“ Ui.) und diese widerliche Musiksoße, mit der solche anrührenden Szenen gerne angerührt werden.

Schade. Dabei sind Ulrike Folkerts und Andreas Hoppe schauspielerisch ganz prima.

Lieber Tatort: ich zahle meine Fernsehgebühren fast nur für Dich, weil ich sonst selten zum Fernsehen komme. Streng Dich ein bißchen an! Für meine Mutter mußtu das nicht machen, die kuckt auch sonst alles mögliche.

[Erstsendung: 5. März 2006]

1Immerhin wird das erste Mal im Tatort auch die deutsche Bezeichnung DNS verwendet.

Amor

Montag, 6. März 2006
Max Klinger: Ein Handschuh (10): Amor
Max Klinger: Ein Handschuh (10): Amor
(Aufs Bild klicken macht groß)

ENDE.

[Alle Bilder]
[s.a. Art-Bin]

Mind-boggling! — Evening Post

Sonntag, 5. März 2006

Auf den Straßen visuelle Belästigungen: diese furchtbar penetrante Welt-Kompakt-Werbung. Ich bin ja sonst nicht so für Arroganz, aber Leute, die sowas lustig finden, will ich nicht kennenlernen. Auch nicht die, die sowas lesen. Für Zeitungen muß man sich Zeit nehmen, sagt ja schon der Name. Wers schnell braucht, nimmt Blogs oder Heise. Am besten von hinten.

Des weiteren: Die Gestalter des Requiem-Plakats haben den Schweizer Praktikanten rangelassen. Schon unangenehm, wenn so ein Schreibfehler auch noch groß in der Mitte steht. (Überhaupt — diese Einzelwörter aus Zeitungskritiken auf Plakate zu drucken.)

Dabei ist der Film wirklich grossartig. Was an Schmid bemerkenswert ist: daß er seinen Figuren ganz nah ist, ohne rührend zu sein. Daß er den Schmerz zeigt, ohne auch nur irgendeinen Ausweg zu zeigen. Dieser Film hat mich nicht so getroffen wie 23, der in einer schlimmen Krise einfach da war, aus dem mich der irre Blick von August Diehl angestarrt hat — und wir haben uns verstanden.

Aber auch hier: die gleichgültig-unentschiedene Umwelt. Niemand will böses und dennoch geschieht es. Die Protagonisten werden, alle Klischeefallen vermeidend (und derer gibt es bei diesem Stoff einige), so gezeigt, wie sie sind. An „Das Fest“ erinnert gefühlt (Vorsicht: Handkamera, lieber etwas weiter hinten sitzen — mir wurde schlecht von dem Gewackel).

Einzig schade, aber dafür kann der Film nichts, daß das Ende schon vorher in der Presse verraten wurde. Besser ist es, nicht zu wissen.

[Update: Jung von Matt, klar.]

Distinktion?

Sonntag, 5. März 2006

Pah.

Harald Rock

Rockerschweine!

Die Pinguine …

Sonntag, 5. März 2006

… sind weggesperrt wegen Geflügelpest.

Flucht

Sonntag, 5. März 2006
Max Klinger: Ein Handschuh (9): Flucht
Max Klinger: Ein Handschuh (9): Flucht
(Aufs Bild klicken macht groß)

Da isser!

[Alle Bilder]
[s.a. Art-Bin]
[andere Handschuhe]

Blogs: The new music journalism?

Sonnabend, 4. März 2006

Johannes Schardt von Antifreeze macht sich Gedanken.