Durchsage

Montag, 8. August 2011

Nonsense ist kein deutsches Wort. Deutsche Übersetzungen des englischen nonsense (nach dict.leo.org):

  • Nonsens
  • Flause
  • Humbug
  • Kokolores
  • Mumpitz
  • Quatsch
  • Schmus
  • Stuß
  • Unsinn
  • Widersinn

Sie wurden belehrt.

Ein kleiner Bruder

Donnerstag, 28. Juli 2011

Gestern hat unsere Tochter einen kleinen Bruder bekommen.

~

Auf dem Krankenhausflur ein Paar, er ein Schrank von einem Mann, tätowiert, T-Shirt mit dem in Neonazikreisen beliebten Spruch der WK-2-Fallschirmjäger „Klagt nicht, kämpft“. Auf der Geburtsstation urst komisch.

~

Eine Geburt ist ein so schwieriger und erstaunlich fragiler Prozeß, daß man sich fragt, warum es die Menschheit überhaupt noch gibt.

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Das Krankenhaus Friedrichshain wird von alten Leuten die Knochenburg genannt. Auch Paula hat dort die Geburt ihres dritten Kindes nicht überlebt. Aber Paula ist Legende und außerdem ist dort jetzt alles neu und so ist unsere erste Tochter in Friedrichshain zur Welt gekommen — keine gute Idee (zumindest die Kinderintensivstation).

Nun also St. Joseph in Tempelhof — ein Unterschied wie Tag und Nacht. Man hat Zeit, es gibt keine Sinnlosbehandlungen, nur weil die Technik dafür vorhanden ist. Dafür gibt es Ansprache. Der Krankenhausrhythmus tritt zurück und wir werden als Individuen behandelt.

Nachrichtenmelodik

Dienstag, 26. Juli 2011

Mein kleiner Bruder macht schöne Sachen. Zum Beispiel Features zum Studiengang Nachrichtenmelodik:

Forum Campus by Scott Hühnerkrisp

Aufm Finanzamt

Sonnabend, 23. Juli 2011

Finanzamt Friedrichshain-Kreuzberg am Mehringdamm

Tagebuch eines Landpfarrers

Montag, 20. Juni 2011

[]

Du bewohnst einen winzigen Ausschnitt von Welt; kauerst gewissermaßen in deiner Hundehütte und wartest auf den Knochen, den man dir täglich hinwirft. Dein Leben ist intensivst wie eindeutig geprägt von dem Verlangen, siegen- und rechthaben zu wollen. Dabei hast du noch gar nicht begriffen, daß in diesem Leben niemand einen Sieg davontragen kann. Der einzige Sieger ist der Gott der Zeit, der deine Hütte in eine Ruine verwandeln und auf deinen Namen Sand und Asche streuen wird. Der Fürst der Welt wird am Ende ein weinender Greis sein. Christus hat die vollständige Überwindung eines Denkens, welches in den Kategorien von Sieg und Niederlage sich bewegt, angekündigt und vorgelebt. Die Nacht ist empfindlich kühl. Mein Weg führt durch ein Europa des Geistes. Ich setze mich ans Schachbrett mit dem festen Willen, unbedingt eine Niederlage davonzutragen. In der Niederlage webt jene Schönheit der Schlange, die im Ried sich verbirgt. Man muß verlieren wollen; unbedingt verlieren wollen.

[]

Ulrich Fentzloff schreibt das Tagebuch eines Landpfarrers

Hartmuth und die Hitmaschine …

Sonnabend, 18. Juni 2011

… sind wieder da.

Norwegian Wood:

Beatbox Battle:

Spaziergänge in die Vergangenheit

Freitag, 27. Mai 2011
  • Flohbude auf der alten Messe.

    []

    War alles anders, früher. Auch besser. Aber nicht nur. Wir wohnten in direkter Nachbarschaft zum Messegelände, in einer jämmerlich kleinen Wohnung, vier Personen, zweieinhalb Zimmer, Klo eine Treppe tiefer. Zudem war die Mutter meines Vaters in den Westen gegangen, als Zeugin Jehovas. Also bekamen wir auf Grund unserer fehlenden politischen Zuverlässigkeit niemals Messegäste, diese sehnsüchtig erwarteten goldenen Kälber aus dem Westen. Noch nicht mal welche aus Ost-Berlin []

  • Ronnie in Mühldorf am Inn

    []

    In Hörweite der Baustelle werfe ich die Jacke in die Uferböschung, setze mich, und warte auf Züge. Mehrere kurze Personenzüge rauschen vorbei, dann, später, endlich, ein langer Güterzug. Ich verstehe jetzt die besondere Akustik dieser Brücke: Die Stahltrogkonstruktion. Der Donner ist betäubend, rund, vollständig, füllt den Wald und den Fluß, verschlingt für Augenblicke jede andere Gegenwart, und wie ein Auftauchen aus Taubheit kehrt sie dann zurück aus dem Geräusch. Der Donner der Innbrücke bei Mühldorf ist jede Reise wert, selbst die Baustelle und die Flugzeuge sind unwesentliche Störungen. Und man muß auf Güterzüge warten, nur die Güterzüge sind lange und schwer genug für den Effekt, und man muß geduldig sein, häufig fahren sie nicht.

    []

Tatort: Der illegale Tod (RB)

Sonntag, 15. Mai 2011

Bis in die Details der Animationen hinein vom Kunstprojekt European Border Watch inspiriert. Schade, daß es weder im Abspann noch auf den Webseiten einen Hinweis dazu gibt.

Alles im Griff?

Sonnabend, 26. März 2011

„RAS Nucléaire, Rien à signaler“, ein Film, in dem Wanderarbeiter zu Wort kommen, die die europäischen Kernkraftwerke zu lächerlichen Löhnen instandhalten, lief auf der Dok Leipzig 2009.

Zur Zeit kann man ihn unter dem deutschen Titel „Alles im Griff?“ in der Arte-Mediathek sehen.

Wir bleiben alle

Mittwoch, 16. März 2011
Wir bleiben alle
© Jotquadrat CC-BY-SA

Wie man vielleicht bemerkt hat, ist hier gerade sehr viel los — sehr Erfreuliches und sehr Unerfreuliches, das aber alles nicht der Erwähnung wert wäre. So kommt es, daß hier nicht viel zu lesen ist.

Eines hat sich nun aber erledigt: wir haben endlich eine Wohnung gefunden, sogar in Stralau, so daß wir — was wir gar nicht mehr erwartet hatten — bleiben können.

Danke für eure Hilfe!

Die Zeit steht still

Montag, 21. Februar 2011

Nach zehn Jahren höre ich Radio eins: es hat sich gar nichts geändert, selbst die Musik hätte man damals schon mitsingen können.

Danke, ich brauche keine Steuersenkung, …

Sonnabend, 15. Januar 2011

… stattdessen wünsche ich mir, daß die S-Bahn wieder fährt.

Nachtrag zur S-Bahn

Freitag, 14. Januar 2011

Im Potsdamer Abkommen wurde unter anderem festgelegt, daß die später DDR-eigene Deutsche Reichsbahn die West-Berliner Eisenbahnlinien betreibt, einschließlich der West-Berliner S-Bahn-Linien. Nach dem Mauerbau wurde dann in West-Berlin der S-Bahn-Boykott ausgerufen (“Der S-Bahn-Fahrer zahlt den Stacheldraht”). Zunächst wurden Buslinien entlang der S-Bahn eingerichtet und später sogar parallele U-Bahn-Linien gebaut. Die S-Bahn verlor viele Fahrgäste und verfiel immer mehr.

Renate von Mangoldt hat die verwunschenen Bahnhöfe in den Siebziger Jahren fotografiert, die Fotos sind noch bis zum 25. Januar in der Kunststiftung Poll (Gipsstraße 3) zu sehen, sie sind in einem Buch mit einem Text von Uwe Johnson erschienen und beim Tagesspiegel gibt es einige schöne Fotos zu sehen.

Das Haus, das keiner wollte

Montag, 10. Januar 2011

Mitten in Berlin, am sogenannten Spreedreieck, steht ein Gebäude von überwältigender Hässlichkeit. Keiner wollte es so. Trotzdem wurde es gebaut. Wie konnte das geschehen?

Regie und Regiment im Zeughauskino

Freitag, 7. Januar 2011

Die sehr sehenswerte Filmreihe “Regie und Regiment” enthält Dokumentar- und Propagandafilme zum Thema Militär und Krieg aus den vielen deutschen Staaten des 20. Jahrhunderts. Sie lief als Retrospektive auf dem Dokfilmfest in Leipzig 2010 und wird jetzt noch einmal im Zeughauskino gezeigt. Es gibt jeweils eine Einführung und zu den Stummfilmen auch Klavierbegleitung.

Der Passierschein A 38

Donnerstag, 23. Dezember 2010

Das Amt argumentiert unlogisch!

Vielleicht hätte ich Logik nicht erwarten sollen, die Sache ist jedenfalls so: Für einen Wohnberechtigungsschein, den man braucht, um in staatlich geförderte Wohnungen einzuziehen, muß man nachweisen, daß das Familieneinkommen unter einer bestimmten Grenze liegt. Das Problem dabei: bei Freiberuflern, die nicht mehr arbeiten, wendet das Amt das Einkommen des letzten Steuerbescheids an, der sich auf Einkommen von vor 1 1/2 Jahren bezieht. Falls man jetzt (zum Beispiel wegen Kindererziehung) nichts mehr verdient, möge man das bitte nachweisen.

Die Frage ist nur, wie.

Liebe Stralauer,

Mittwoch, 22. Dezember 2010

Ihr könnt helfen!

Es wird langsam richtig eng hier und wenn wir nicht in diesen Tagen eine 3-4-Zimmer-Wohnung finden, müssen wir leider wegziehen. Anderswo ist es auch schon, aber es täte mir schon sehr leid. Hinweise bitte an blog@stralau.in-berlin.de.

Dafür würde unsere schöne und bezahlbare Zwei-Zimmer-Wohnung frei.

Twitter-Deutsch …

Freitag, 17. Dezember 2010

… ist komisch:

  • Entfolgen
  • Die letzten Konten, denen diese Liste gefolgt hat
  • Alle gefolgten Konten
  • Eine öffentliche Liste Kuriert von …

Links von Sonntag, 12. Dezember 2010

Sonntag, 12. Dezember 2010

Gesammelte Links von Sonntag, 12. Dezember 2010:

Berlinhistorisches:

Der Schatz im Acker im Museum

Dienstag, 7. Dezember 2010

Das hätte dann doch niemand erwartet, was die ungeliebte Kanzler-U-Bahn alles zutage fördern würde. War schon das gotische Rathaus eine Sensation, ist der Fund der elf Skulpturen der entarteten Kunst in den Trümmern eines zerbombten Hauses ein Märchen.

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Jetzt stehen sie für eine Weile im Griechischen Saal des Neuen Museums, zierlich, anmutig und gezeichnet von den Spuren des brennenden Berlin, anrührend gegenüber den fetten überlebensgroßen ukrainischen Statuen aus dem 11. Jhdt. und den glatten, dagegen fast neu wirkenden antiken Reliefs. Einer Steinfigur ragt aus dem Hals statt des Kopfes nun nur noch der Eisenträger, der diesen hielt und der Tänzerin von Marg Moll hat durch das beispielhafte Putzen ihrer einen Körperseite bei ansonsten verwittert belassenen Körper noch mehr Bewegung eingehaucht worden. Am Rande werden Ausschnitte aus dem Film „Venus vor Gericht“ von 1941 gezeigt, in dem zwei der Skulpturen als Requisiten verwendet wurden.

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Nicht nur hier läßt das Neue Museum, dessen Ruine ich in der Kindheit viel bestaunt habe, die Zeiten durcheinander- und ineinander greifen — immer geht es sowohl um die Menschheitsgeschichte als auch um die wechselhafte Geschichte des Museums und der Sammlung. Den großartigen Räumen sieht man die Zerstörung noch gut an, die Reste der Originalbemalung aus dem neunzehnten Jahrhundert wirken viel älter als die mehrere tausend Jahre alten Ausstellungsstücke, und beim Schliemanns Troja kann man zum einen die verschiedenen Zeitebenen der ausgegrabenen Stadt sehen, man erfährt, daß ein Großteil des Priamos-Schatzes als Beutekunst in Rußland gezeigt wird und wie Schliemann damals vom Osmanischen Reich zu einer Strafe verurteilt wurde, als er den Schatz außer Landes brachte.

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Draußen haben sie Julian Assange verhaftet.

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S-Bahn-Fahren ist der Haß in diesen Tagen. Aber die Leute lachen.

Ein Herz schlägt.

Dienstag, 30. November 2010

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Die Schule braucht eine Revolution

Mittwoch, 17. November 2010

Engagierte Lehrer stehen nicht selten vor dem Burn-Out. Erfahrungen eines sogenannten Teach-First-Fellows nach einem Jahr an einer Schule im sozialen Brennpunkt: Antonie Veronika Curtius in der Taz

Writing on the wall

Montag, 15. November 2010

Wir sind mal wieder in die Büros in der Schönhauser Allee umgezogen. Nach vorne konnte raus hatte man Blick auf die Schönhauser Allee 5. Hinten gibt es auch Erinnerungen an früher:

Wohnraum statt Schönbohm

Im Angesicht des Versprechers

Sonntag, 14. November 2010

In der ARD-Mediathek gibt es gerade die ersten sieben Folgen der Serie „Im Angesicht des Verbrechens“. Gut gemacht: spannend, schockierend und eine Geschichte wird auch erzählt (den Rest wahrscheinlich Ende nächster Woche nach der Ausstrahlung der letzten drei Folgen). Allerdings geht mir das gekünstelte Berlinern von einigen der Darsteller gehörig auf den Sack. Max Riemelt klingt noch sehr überzeugend, aber zum Beispiel bei Ronald Zehrfeld kräuseln sich einem die Haare. Das liegt aber auch zum Teil am Drehbuch: „Und dann beschloß ick …“ sagt niemand. Wenn schon, dann heißt es „Und dann ha’ick beschlossen jehabt …“

Grenzen

Freitag, 12. November 2010

Oh, ist das schön: europäische Grenzen der letzten 1000 Jahre in einem 5-min.-Film:

Salonfähig

Donnerstag, 11. November 2010

ich frage mich gerade, wann der neue zyklus der salonfähig gewordenen kinder-dooffinderei begonnen hat.

[…]

===>Miss Manierlich über das bequeme Kinder- und Mütterdoofinden

Schöner gehen am Wasser

Mittwoch, 10. November 2010

Der Streit um das Stalhermsche Ufergrundstück ist beendet: Der Bundesgerichtshof hat die Klage gegen die Enteignung des Uferstreifens für einen durchgehenden Uferweg abgewiesen.

Damit kann der durchgehende Uferweg gebaut werden. Über das momentane Provisorium mit Stufen kommt man allerdings auch schon durch, nur mit Kinderwagen/Rollstuhl wirds schwierig.

Das große Haus mit den Augen der Tochter sehen

Donnerstag, 4. November 2010

Es gibt zwei Wege ins Büro. Der eine ist der automatische: ohne zu denken die Schließkarte an die Tür halten, beim Warten auf den Fahrstuhl die auf dem Telefon eintrudelnden Dienst-E-Mails lesen, im Fahrstuhl daran denken, was als nächstes zu tun ist, oben angekommen den entgegenkommenden Kollegen ein zerstreutes “hallo” sagen, an den Schreibtisch setzen und versuchen herauszufinden, wo man am Abend vorher stehengeblieben war.

Der andere funktioniert gut mit Musik auf den Ohren und geht so: ich stelle mir vor, die 16 Monate alte Tochter zu sein, die neugierig die Welt erkundet. Durch Glasscheiben sieht man seltsame Menschen an Tischen sitzen und diskutieren, hinter anderen sitzen sie vereinzelt an Tischen und starren auf Bildschirme. Manche haben Kopfhörer auf, viele mehr als einen Bildschirm. Kaffeetassen, häßliche Maskotchen, Bilder. Niemand beachtet mich. Was wohl passiert, wenn ich einfach mal laut rufe? Tafeln mit komplizierten Grafiken aus vielen Rechtecken, Kreisen und Linien dazwischen. An anderen Tafeln kleben vielevieleviele bunte Zettel, manchmal unordentliche Klebezettel, anderswo wunderschön sortierte Karteikarten. Auf großen Bildschirmen bunte Bilder und überall überall Treppen, Türen und Hindernisse, die man umgehen muß. Da, diese Tür führt auf die Terasse, auf der ein wunderbarer warmer Wind ins Gesicht weht. Wenn ich auf der Terasse weitergehe, sehe ich die Kollegen von außen und kann Grimassen schneiden. Sie lachen tatsächlich. Die Feuertreppe hinunter und durch die Eingangstür wieder herein und den ersten Stock einmal ganz durch. Durch die Fenster der anderen Seite sieht man große Bagger ein tiefes Loch graben und hier im ersten hängen überall große Papierfahnen mit lustigen Zeichnungen. In der großen Aula am Rand sitzen und die Leute sehen, die vorbeilaufen: ordentliche Hemden und Kostüme und sehr lässige Kleidung wechseln sich ab. Menschen mit Rollkoffern, an denen Flugzeugschlaufen hängen, andere mit Fahrradtaschen. Viele schauen in ihr Telefon, manche gehen schnell, straff und zielgerichtet, andere langsam und zerstreut und denken daran, was als nächstes zu tun ist …

Dok-Leipzig 2010: De gode kapitalistene

Mittwoch, 3. November 2010

De gode kapitalistene (The Good Capitalists) (Line Hatland, Norwegen 2009, 55:00 min.) — Money matters — Geldangelegenheiten

Der norwegische Pensionsfonds, der das Geld aus der Ölförderung für die Zeit nach dem Öl anlegt, ist mit 400 Mrd. $ der zweitgrößte Staatsfonds der Welt. Der Moralphilosoph Henrik Syse leitet den Ethikbeirat des Fonds, der Empfehlungen abgibt, aus welchen Investitionen der Fonds sich zurückziehen sollte. Üblicherweise hält sich die Finanzministerin an diese Empfehlungen. So wurden in der Vergangenheit Unternehmen wie Wal-Mart, EADS oder Boeing ausgeschlossen, was nicht nur bedeutet, daß der Fonds sein Geld zurückzieht. Die Entscheidung wird veröffentlicht und andere Großanleger vollziehen sie nach. Vor der Entscheidung wird lange untersucht, dann haben die Unternehmen die Gelegenheit zur Stellungnahme.

Im Film geht es um die Untersuchung von Kinderarbeit auf den Feldern von Monsanto und Bayer in Indien. Wir erleben, wie die Firmen beteuern, vieles zu verbessern und wie Syse und seine Leute gleichzeitig auf die Felder fahren und vorher Wetten abschließen, wie lange es dauert, bis alle umliegenden Felder gewarnt sind. Wir sehen die Beteuerungen der Manager und dagegengeschnitten die Befunde der Ethikrat-Untersuchungen, die trotzdem immer wieder Kinder auf den Feldern finden. Dazwischen immer wieder Henrik Syse, der den Kindern in der Sonntagsschule das Gleichnis vom Hausbau erzählt (Matth 7, 24). Das alles ist spannend gemacht und trotz des Ernstes des Themas durchzieht den Film ein fröhlicher Optimismus. Und es ist ja auch hübsch anzusehen, wie der Philosoph am Tisch mit den Unternehmenslenkern betont, wie gern der Fonds sein Geld doch weiterhin im Unternehmen belassen würde, wenn es da nicht gewisse Probleme gäbe.

Am Ende entsteht ein moralisches Dilemma: nach vielen Verhandlungen und Untersuchungen sind die Probleme immer noch vorhanden und der Ethikrat gibt eine Empfehlung zum Rückzug. In den Gesprächen mit Monsanto und Bayer wird aber klar, daß das Problem auf der Ebene einzelner Unternehmen nicht zu lösen ist, sondern Wege gefunden werden müssen, die alle Baumwoll-Unternehmen in Indien betreffen. Ein Rückzug würde zwar den Regeln des Fonds entsprechen, nicht in Unternehmen zu investieren, die Kinderarbeit zulassen. Aber das wäre eine einmalige Aktion, nach der der Fonds keinen Einfluß auf Verbesserungen mehr hätte. So wird gemeinsam mit der Finanzministerin entschieden, das Investment sogar noch zu erhöhen und die neun Unternehmen, an denen der Fonds Anteile hält, werden auf Druck des Fonds zusammengebracht, das Problem gemeinsam zu lösen.

Vom Wasser haben wir’s gelernt

Dienstag, 2. November 2010

Die Taz hat die Wasserverträge geleakt. Eigentlich aber ist es schon verwunderlich, daß das Parlament überhaupt Geheimverträge abschließen darf.